FAQ
Wie wird die Hämochromatose behandelt?
Initial werden bei der Hämochromatose in der Regel wöchentliche Aderlässe von 400-500 ml durchgeführt. Nach Erreichen eines Ferritinwertes von weniger als 50 µg/l sind je nach Ausprägung der Erkrankung jährlich 4-12 Aderlässe notwendig. Wichtig ist, dass die Aderlasstherapie in regelmäßigen Abständen durchgeführt und niemals beendet wird. Der Ferritinwert sollte immer zwischen 20 und 50 µg/l liegen. Dann findet sich im Körper kein überschüssiges Eisen mehr.
Eine medikamentöse Therapie ist bei der Hämochromatose möglich. Leider muss das Medikament (Deferoxamin) subkutan (d.h. unter die Haut) über etwa 12 Stunden täglich verabreicht werden. Außerdem können Nebenwirkungen auftreten. Daher greift man nur in wenigen Fällen (z.B. Anämie, schwere Herzerkrankungen u.a.) auf eine medikamentöse Therapie zurück. Die Aderlasstherapie ist mit Abstand die beste Behandlungsform der Hämochromatose.
Die Hämochromatose ist grundsätzlich nicht ursächlich (kausal) heilbar, da hier ein genetischer Defekt in der Keimbahn vorliegt. In diesen Fällen könnte nur eine Gentherapie zu einer Heilung im engeren Sinne führen. Allerdings ist dieses Vorgehen bei der Hämochromatose nicht sinnvoll, da mit den Aderlässen eine ausgezeichnete und nebenwirkungsarme Therapieform zur Verfügung steht.
